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Simone Müller-Esche
von
24. Aug 2011

Dachfonds - Alles was Sie über Dachfonds wissen sollten

Dachfonds investieren im Gegensatz zu “normalen” Investmentfonds, die das Geld der Anleger sammeln und es in Wertpapiere wie Aktien, Renten und Immobilien investieren, nach einem eigenen Investmentansatz bzw. einer eigenen Investmentstrategie in verschiedene Investmentfonds. Die Fonds, in die der Dachfonds investiert, bezeichnet man dabei als Zielfonds.

Erfahren Sie außerdem:

Prinzip des Dachfonds

Dachfonds investieren im Gegensatz zu “normalen” Investmentfonds, die das Geld der Anleger sammeln und es in Wertpapiere wie Aktien, Renten und Immobilien investieren, nach einem eigenen Investmentansatz bzw. einer eigenen Investmentstrategie in verschiedene Investmentfonds. Die Fonds, in die der Dachfonds investiert, bezeichnet man dabei als Zielfonds.

 

Dachfonds - Einschränkungen durch das 3. Finanzmarktförderungsgesetz vom April 1998

Einem in Deutschland zugelassenen Dachfonds stehen alle ebenfalls in Deutschland zugelassenen Investmentfonds als Zielinvestment offen. Bei den Zielfonds darf es sich nicht um Dachfonds (Vermeidung von Kaskadeneffekten), Spezialfonds oder geschlossene Fonds handeln. Die Zielfonds dürfen nicht mehr als 20% Anteil am Gesamtvermögen des Dachfonds übersteigen und ein Dachfonds darf nicht mehr als 10% der Anteile am Vermögen des Zielfonds halten.

 

Chancen von Dachfonds

Durch die Konstruktion des Dachfonds kann das Fondsmanagement des Dachfonds die einzelnen abzudeckenden Marktsegmente mit dem jeweils attraktivsten Fonds belegen. In dieser Weise kann praktisch jedes Rendite-Risiko-Profil dargestellt werden. Für den Investor besteht der Vorteil in einem breit diversifizierten und aktiv gemanagten Portfolio. Dabei kann nicht nur über einzelne Wertpapiere gestreut werden, sondern auch über verschiedene Fondsmanager und Fondsgesellschaften. Der Dachfondsmanager kann dabei auch auf Fonds zurückgreifen, die weit über das übliche Angebot offener Publikumsfonds, wie sie von Banken und Fondsplattformen angeboten werden, hinausgeht. Der Anleger hat so auch die Möglichkeit an attraktiven Investmentideen oder von sogenannten „Institutional Shares“ mit rabattierten Managementvergütungen zu partizipieren, die ihm als Privatanleger nicht offen stünden. Das Dachfonds-Depot selbst nachzubilden, würde enorme Zeit- und Kostenaufwände bedeuten.

 

Risikominimierung von Dachfonds

Statt selber Wertpapiere wie Aktien, Anleihen, Immobilien oder Optionsscheine für das eigene Fondsvermögen zu erwerben, beteiligt sich der Dachfonds z. Bsp. nach dem „Best-Select-Ansatz“ an bereits bestehenden, erfolgreichen Zielfonds renommierter Investmentgesellschaften und erreicht dadurch zum Einen weltweite Diversifizierung sowohl über verschiedene Anlageklassen wie auch in der Anlageklasse selbst und zum Anderen größtmögliche Streuung und damit Minimierung des Anlagerisikos. Investoren sollten auf die Unabhängigkeit des Dachfondsmanagement von Banken, Versicherungen und Investmentgesellschaften sowie auf die Vermeidung von Klumpenrisiken durch die Investments der Zielfonds achten.

 

Kosten von Dachfonds

Die Tatsache einer zusätzlichen Managementebene neben dem Management des Zielfonds, löst vom Grundsatz her auch zusätzliche Kosten aus. Diese zusätzliche Managementebene hat aber auf der anderen Seite auch andere Rahmenbedingungen als Vermögensverwalter oder Privatanleger, die die Depots mit Publikumsfonds aktiv verwalten. Der Dachfonds tätigt seine Käufe und Verkäufe bei der Investmentgesellschaft des Zielfonds in der Regel zum Nettoinventarwert, also ohne das übliche Agio. Außerdem können Dachfonds in sogenannte „Institutional Shares“ mit rabattierten Managementvergütungen investieren und dem Dachfondsvermögen werden die durch die Zielfonds ausgeschütteten Bestandspflegeprovisionen gutgeschrieben. Auch die Ticketgrößen, Flatvereinbarungen und Investitionen in ETF´s reduzieren nochmals die anfallenden Gebühren. Durch die Diversifikation über Fonds und Fondsmanager weisen Dachfonds eine wesentlich höhere Breite als Einzelfonds auf. Letztenendes ist für den Anleger der Nettonutzen eines aktiv gemanagten Fonds wichtig.

 

Steuer

Mit der Einführung der Abgeltungssteuer ab 2009 wurden etliche Dachfonds aufgelegt bzw. Fondsvermögensverwaltungen in Dachfonds überführt. Für Investitionen nach 2008 gilt, dass Kursgewinne innerhalb eines Investmentfonds auf Anlegerebene während der Haltedauer des Fonds nicht steuerpflichtig sind. Erst mit der Veräußerung des Fonds fließt dem Anleger ein insgesamt steuerpflichtiger Ertrag aus Kursgewinnen zu. Hieraus können sich „Zinseszinseffekte“ bei der Wiederanlage des sonst zu versteuernden Teils der thesaurierten Erträge ergeben. Wegen der komplett unterschiedlichen Besteuerungsgrundlage (z.Bsp. „Halbeinkünfteverfahren“) können Dachfonds im Mantel einer Lebens- oder Rentenversicherung nochmals zusätzliche Vorteile aufweisen.

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