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Einschätzung: Börsenjahr 2010

W oder V?
Diese Frage wird derzeit unter Investmentexperten heiß diskutiert und ist mitverantwortlich für das von Skepsis geprägte Umfeld.
Setzt sich die Erholung der Konjunktur und damit der Aktienmärkte fort? Das würde einer v-förmigen Entwicklung entsprechen. Oder kommt es zu einem neuerlichen Einbruch, also einem w-förmigen Konjunkturverlauf?

Viele halten den bisherigen Börsenanstieg für eine kurzlebige Rallye.
Das eine Lager befürchtet einen Rückfall in die Rezession, wenn die staatlichen Konjunkturprogramme auslaufen. Das andere Lager macht sich Sorgen, wie die Börsen reagieren, wenn die Notenbanken die Überschussliquidität abschöpfen und die Zinsen anheben.

Die letzten Monate waren wirklich erfreulich. Die europäischen Aktienindizes setzen ihre Fahrt nach oben fort. Doch Zweifel an der Kontinuität dieser positiven Entwicklung bleiben. Viele Anleger sind skeptisch, ob die wirtschaftliche Erholung anhält, und kehren deshalb nur zögerlich an die Aktienmärkte zurück.
Die Furcht vor einem weiteren Konjunktureinbruch kann man nicht mit völliger Gewissheit entkräften.
Wir halten dieses Szenario in Europa aber für relativ unwahrscheinlich.

Zum einen ist ein erneuter Rückfall nach einer Rezession sehr selten. Nach all den Überraschungen in den vergangenen Monaten dürfte dies aber nicht zur Beruhigung der Anleger beitragen.
Einige handfeste Gründe sprechen jedoch gegen einen erneuten Einbruch. Die von den Regierungen ergriffenen Maßnahmen waren in ihrem Umfang beispiellos und haben den Boden für einen nachhaltigen Aufschwung bereitet. Zwar werden die einzelnen europäischen Länder die Rezession unterschiedlich schnell überwinden. In Frankreich und vor allem in Deutschland deuten aber alle wichtigen Indikatoren bereits seit Mitte vergangenen Jahres auf eine anhaltende Trendwende hin.

Die deutsche Bundesbank hat sogar in ihrer jüngsten Prognose das voraussichtliche Wirtschaftwachstum 2010 von null auf 1,6 Prozent angehoben. Die deutsche Industrie beispielsweise verzeichnete im vergangenen Jahr bis November eine positive Entwicklung der Auftragseingänge. Volle Bücher hatten vor allem Produzenten von Konsumgütern, die von der anziehenden Nachfrage aus dem Ausland profitierten. Auch der Maschinenbau und die Metallbranche verbuchten steigende Auftragseingänge. Das ist ein extrem gutes Zeichen, denn wenn Unternehmen wieder mehr investieren – zum Beispiel in Ihren Maschinenpark -, glauben sie an anhaltendes Wachstum.

Auch wenn der neue Exportweltmeister nun China heißt: Nach dem rasanten Einbruch der Weltwirtschaft kann sich Deutschland über den Vizetitel freuen. Im Laufe des Jahres 2009 zogen die Ausfuhren wieder an. Hier war es von Vorteil, dass Deutschland nicht mehr so abhängig von der Nachfrage aus den USA ist – vor allem Exporte nach Asien trugen zur positiven Entwicklung bei.

In der Summe stellt sich das globale Umfeld für die nächsten Jahre ungefähr so dar: Relativ hohe Arbeitslosigkeit, geringe Lohnsteigerungen, harter Wettbewerb, Überkapazitäten, geringes Wachstum. Zudem werden verschärfte Regulierungen und schärfere Eigenkapitalvorschriften bei Banken die Kreditvergabe weiter einschränken und als zusätzliche Wachstumsbremse wirken.
Solange dieses Szenario besteht, wird die Inflation zahm bleiben. Ein wirtschaftliches Umfeld mit mäßigem Wachstum, üppiger Liquidität und niedrigen Zinsen ist eine sehr günstige Konstellation für die Aktien.

Es war schon immer ein Irrtum zu glauben, dass ein Wirtschaftsboom Voraussetzung für einen Aktienboom sei. Ganz im Gegenteil: Das eine schließt das andere aus, weil eine brummende Wirtschaft zu viel Kapital in Anspruch nimmt und somit nicht genügend Kapital für die Börse bleibt. Überdies leuchten bei einem zu starken Wachstum die Warnlampen der Notenbanken auf, weil sie steigende Inflation befürchten und in der Folge mit Verknappung der Liquidität und höheren Zinsen reagieren.

Gefahr droht von den Staatsanleihen.
Große Teile der massiven Neuemissionen von Staatsanleihen zur Finanzierung der staatlichen Konjunkturpakete wurden nämlich von den Notenbanken aufgekauft. Wenn diese 2010 beginnen, die Überschussliquidität abzubauen, werden sie diese Papiere wieder verkaufen.
Das wird zu einem Platzen der Bondblase und zu Turbulenzen an der Börse führen.
Auch Anleger, die schnell in Panik verfallen, werden für volatile Börsen sorgen.
Die Zahlungsunfähigkeit von Dubai und die Entwicklung in Griechenland sind Beispiele dafür. Aktien sind trotz des Anstiegs hingegen noch nicht zu teuer. Die Bewertungen liegen im Durchschnitt der vergangenen Jahre; die Unternehmen haben drastisch Kosten gesenkt.
Die Gewinnschätzungen für 2010 werden seit Monaten ständig angehoben.


Prognose für den 31.12.2010:
Deutscher Aktienindex bei 6.900 Punkten
Dow Jones Industrial bei 12.300 Punkten

18. Januar 2010
M.E.T. finanz

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