Vermögensverwaltende Fonds
Vermögensverwaltende Fonds sind von ihrem Grundprinzip her betrachtet Investmentfonds. Als eine besondere Variante von Investmentfonds vereinen sie im Mantel des Mischfonds oder des Dachfonds Investmentansätze und Anlagekonzepte mit dem Ziel, das Vermögen der Anleger zu erhalten und zu mehren. Mittels ausgewogenen Strategien über die Anlageklassen Renten, Aktien, Immobilien, Rohstoffe und Edelmetalle hinweg erzielen sie in allen uns bekannten Börsenphasen eine positive Vermögensrendite. Je nach Situation an den weltweiten Märkten sind sie in der Lage ihren Focus auf aussichtsreiche Anlageklassen zu konzentrieren und ihre Anlageausrichtung von defensiv über ausgewogen bis offensiv zu verändern.
Prinzip und Funktionsweise
Sie investieren im Gegensatz zu “normalen” Investmentfonds, die das Geld der Anleger sammeln und es in Wertpapiere wie Aktien, Renten und Immobilien investieren, nach einem eigenen Investmentansatz bzw. einer eigenen Investmentstrategie in verschiedene Investmentfonds. Die Fonds, in die der Vermögensverwaltende Fonds investiert, bezeichnet man dabei als Zielfonds.
Einschränkungen durch das 3. Finanzmarktförderungsgesetz vom April 1998
Einem in Deutschland zugelassenen Vermögensverwaltenden Fonds stehen alle ebenfalls in Deutschland zugelassenen Investmentfonds als Zielinvestment offen. Bei den Zielfonds darf es sich nicht um Dachfonds (Vermeidung von Kaskadeneffekten), Spezialfonds oder geschlossene Fonds handeln. Die Zielfonds dürfen nicht mehr als 20% Anteil am Gesamtvermögen des
Vermögensverwaltenden Fonds
übersteigen und ein Dachfonds darf nicht mehr als 10% der Anteile am Vermögen des Zielfonds halten.
Ihre Chancen bei einem Investment
Durch die Konstruktion des Vermögensverwaltenden Fonds kann das Fondsmanagement des Vermögensverwaltenden Fonds die einzelnen abzudeckenden Marktsegmente mit dem jeweils attraktivsten Fonds belegen. In dieser Weise kann praktisch jedes Rendite-Risiko-Profil dargestellt werden. Für den Investor besteht der Vorteil in einem breit diversifizierten und aktiv gemanagten Portfolio. Dabei kann nicht nur über einzelne Wertpapiere gestreut werden, sondern auch über verschiedene Fondsmanager und Fondsgesellschaften. Der Manager kann dabei auch auf Fonds zurückgreifen, die weit über das übliche Angebot offener Publikumsfonds, wie sie von Banken und Fondsplattformen angeboten werden, hinausgeht. Der Anleger hat so auch die Möglichkeit an attraktiven Investmentideen oder von sogenannten „Institutional Shares“ mit rabattierten Managementvergütungen zu partizipieren, die ihm als Privatanleger nicht offen stünden. Das Depot eines Vermögensverwaltenden Fonds selbst nachzubilden, würde enorme Zeit- und Kostenaufwände bedeuten.
Risikominimierung durch Vermögensverwaltende Fonds
Statt selber Wertpapiere wie Aktien, Anleihen, Immobilien oder Optionsscheine für das eigene Fondsvermögen zu erwerben, beteiligt sich der Fonds z. Bsp. nach dem „Best-Select-Ansatz“ an bereits bestehenden, erfolgreichen Zielfonds renommierter Investmentgesellschaften und erreicht dadurch zum Einen weltweite Diversifizierung sowohl über verschiedene Anlageklassen wie auch in der Anlageklasse selbst und zum Anderen größtmögliche Streuung und damit Minimierung des Anlagerisikos. Investoren sollten auf die Unabhängigkeit des Fondsmanagement von Banken, Versicherungen und Investmentgesellschaften sowie auf die Vermeidung von Klumpenrisiken durch die Investments der Zielfonds achten.
Kosten von Vermögensverwaltende Fonds
Die Tatsache einer zusätzlichen Managementebene neben dem Management des Zielfonds, löst vom Grundsatz her auch zusätzliche Kosten aus. Diese zusätzliche Managementebene hat aber auf der anderen Seite auch andere Rahmenbedingungen als Vermögensverwalter oder Privatanleger, die die Depots mit Publikumsfonds aktiv verwalten. Er tätigt seine Käufe und Verkäufe bei der Investmentgesellschaft des Zielfonds in der Regel zum Nettoinventarwert, also ohne das übliche Agio. Außerdem können Vermögensverwaltende Fonds in sogenannte „Institutional Shares“ mit rabattierten Managementvergütungen investieren und dem Fondsvermögen werden die durch die Zielfonds ausgeschütteten Bestandspflegeprovisionen gutgeschrieben. Auch die Ticketgrößen, Flatvereinbarungen und Investitionen in ETF´s reduzieren nochmals die anfallenden Gebühren. Durch die Diversifikation über Fonds und Fondsmanager weisen Vermögensverwaltende Fonds eine wesentlich höhere Breite als Einzelfonds auf. Letztenendes ist für den Anleger der Nettonutzen eines aktiv gemanagten Fonds wichtig.
Die Besteuerung/Steuer
Mit der Einführung der Abgeltungssteuer ab 2009 wurden etliche Vermögensverwaltende Fonds aufgelegt bzw. Fondsvermögensverwaltungen überführt. Für Investitionen nach 2008 gilt, dass Kursgewinne innerhalb eines Investmentfonds auf Anlegerebene während der Haltedauer des Fonds nicht steuerpflichtig sind. Erst mit der Veräußerung des Fonds fließt dem Anleger ein insgesamt steuerpflichtiger Ertrag aus Kursgewinnen zu. Hieraus können sich „Zinseszinseffekte“ bei der Wiederanlage des sonst zu versteuernden Teils der thesaurierten Erträge ergeben. Wegen der komplett unterschiedlichen Besteuerungsgrundlage (z.Bsp. „Halbeinkünfteverfahren“) kannes es im Mantel einer Lebens- oder Rentenversicherung nochmals zusätzliche Vorteile kommen.
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